Der Traum des harmonischen Miteinanders

 

Wer möchte das nicht: feine und leichte Kommunikation zwischen Pferd und Mensch, die von außen kaum sichtbar ist. Aber wie genau erreicht man diesen Traum?

 

Wer schon einmal Pferde in einer Herde beobachtet hat stellt fest, dass die Pferde immer versuchen möglichen Streitigkeiten eher aus dem Weg zu gehen.

Natürlich knallt es auch mal untereinander, doch die Pferde sind immer bemüht diese Situationen so schnell und so ruhig wie möglich zu beenden. Pferde sind Künstler der subtilen Körpersprache und reagieren auf die kleinsten Signale. Schlagen und Beißen gilt als letzter Ausweg. Vorher wird dies jedoch stets durch feine Gesten angedeutet und es wird nach einem harmonischen Weg gesucht. Es liegt in der Natur des Pferdes, den eigenen Körper bzw. die eigene Unversehrtheit zu schützen. Davon hängt das Überleben ab. Wir als Menschen tun uns teilweise sehr schwer die feinen Gesten der Pferde zu erkennen und zu verstehen. Meist reagieren wir Menschen erst auf eine Mitteilung unseres Pferdes wenn es uns quasi bereits ,,anschreit‘‘. Und genau so kommunizieren auch die meisten Menschen mit ihrem Pferd. Das Pferd spürt die kleinsten Berührungen auf seiner Haut und nimmt minimale Bewegungen sensibel wahr. Es sollte das Ziel sein, mit dem Pferd gemeinsam nach Harmonie zu streben. Dazu müssen wir auf kleinste Signale und Antworten unseres Pferdes achten. Wichtig ist auch, dass man stets seine eigenen Emotionen kontrollieren kann und immer wieder in der Lage ist, zu einem neutralen Nullpunkt zurück zu kehren... 

Nimm dir die Zeit und beobachte dein Pferd im Umgang mit Artgenossen und schule deinen Blick für die Signale und die Kommunikation deines Pferdes!

 

Kommunikation findet immer statt. Man kann sich die ablaufenden Prozesse in einem nie endenden Kreis vorstellen. Der Sender hat eine Absicht und eine Information, die er vermitteln möchte. Die Vermittlung wird durch eigene Gedanken und Erfahrungen des Senders beeinflusst. Der Empfänger entschlüsselt beeinflusst durch seine eigenen Gedanken und Erfahrungen diese Botschaft und es folgt eine Reaktion. Diese Reaktion wird wiederum vom ursprünglichen Sender auf Grundlage seiner Erfahrungen und Gedanken entschlüsselt und es folgt widerum eine Reaktion usw... Versuche diesen Kommunikationskreislauf zwischen dir und deinem Pferd zu erkennen und versetze dich dabei immer wieder in die Lage des Pferdes, das versucht deine Botschaften zu entschlüsseln!

 

Wo Kraft einsetzt, hört das Gefühl auf!

Das Ziel eines jeden Reiters sollte der feine Umgang mit seinem Pferd sein. Pferd und Reiter sollen eine harmonische Einheit bilden, das Reiten soll locker und mühelos aussehen. Leider ist diese Idealvorstellung nicht immer einfach zu erreichen und in vielen Reithallen sieht das Bild leider ganz anders aus. Der Reiter sollte sich selbst gegenüber hart sein, dem Pferd gegenüber jedoch sanft. Gutes Reiten fühlt sich leicht an. Sobald etwas über Druck geschieht verschwindet die Harmonie und die Leichtigkeit. Von Natur aus reagieren Pferde auf Druck mit Gegendruck. Oftmals wissen die Reiter jedoch keinen Ausweg und so mündet das Training in ein Kräftemessen, bei dem der Mensch eigentlich nur verlieren kann. Sobald man Kraft aufwendet geht das Gefühl verloren. Mit einer geballten und harten Faust kann ich weniger spüren und nicht mehr fein auf mein Pferd reagieren. Dies kann durch einen einfachen Test gezeigt werden: Fahre dir sanft mit einer entspannten Hand über deinen Oberschenkel. Du spürst jede kleine Unebenheit deiner Hose und nimmst die Struktur wahr. Spanne dann deine Hand an und fahre erneut über deinen Oberschenkel. Außer der Reibung spürst du nichts mehr. Meist beginnt die Gewalt dann, wenn das Wissen endet. Deshalb ist es so wichtig, sich ständig weiterzubilden und seine Trainingsmethoden immer wieder kritisch zu hinterfragen. Sanftes Training braucht Geduld und Zeit, aber es lohnt sich...

 

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