Respekt und Vertrauen im Pferdetraining

 

Respekt und Vertrauen sind Begriffe, die in der Reiterwelt sehr häufig für die Beschreibung der optimalen Beziehung zwischen Mensch und Pferd verwendet werden. Doch was genau ist eigentlich damit gemeint?

 

Gegenseitiger Respekt ist durchaus ein erstrebenswertes Ziel. Hierbei gibt es jedoch verschiedene Auffassungen. Ich kann mir vermeintlichen Respekt erarbeiten, indem ich dem Pferd immer wieder klar mache, wer hier der Chef ist (z.B. Join-Up oder Ähnliches). Meiner Meinung nach hat das jedoch wenig mit echtem Respekt zu tun. Für mich bedeutet Respekt, den Anderen, also in diesem Fall das Pferd, achtungsvoll zu behandeln. Ich möchte eine Arbeit auf Augenhöhe mit Akzeptanz und gegenseitiger Wertschätzung. Ich möchte kein Pferd, das aus vermeintlichem Respekt vor mir weg rennt, aus Angst, dass ich meine überlegene Position mal wieder klar machen will. Ich finde es wichtig, dass jeder Reiter sich Gedanken über den Umgang mit seinem Pferd macht. Ich bin sicher, es gibt für alle den richtigen und passenden Weg.

Was bedeutet Respekt für dich?

 

Vertrauen ist ebenfalls ein häufig verwendeter Begriff. Ebenso wie Respekt sollte dies auf Gegenseitigkeit beruhen. Wir wünschen uns von unserem Pferd, dass es uns vertraut und in brenzligen Situationen bei uns bleibt. Aber vertrauen wir auch unserem Pferd? Meiner Meinung nach kann echtes Vertrauen nur entstehen, wenn es von beiden Seiten einer Beziehung kommt. Es ist sehr wichtig in die eigenen Fähigkeiten und in die Fähigkeiten des Pferdes vertrauen zu können. Vertrauen schafft Sicherheit und entsteht durch klare Linien im Umgang miteinander. Wenn jemand klare Grenzen verfolgt und Regeln umsetzt, die immer gleich gelten, wird ein fester Rahmen geschaffen, in den ich vertrauen kann. Das Pferd kann dem Menschen vertrauen, wenn dieser stets gleich handelt und das Pferd die Handlung vorausahnen kann. Routine schafft Vertrauen...

Was bedeutet Vertrauen für dich?

 

Neben Respekt und Vertrauen ist mir im Umgang mit dem Pferd und für den Aufbau einer soliden Beziehung auch Geduld sehr wichtig. Beziehungen müssen sich aufbauen, das Vertrauen muss nach und nach wachsen. Gemeinsame Erfahrungen schweißen zusammen, doch dies braucht Zeit...

 

Auf ein Pferd, das aus Angst gehorcht, ist kein Verlass. Es wird immer etwas geben, vor dem es sich mehr fürchtet als vor dem Reiter. Wenn es aber seinem Reiter vertraut, wird es ihn fragen, was es tun soll wenn es sich fürchtet... (Pluvinel)


Dieses Zitat drückt meiner Meinung nach sehr schön aus, wie die Beziehung zwischen Pferd und Reiter im Idealfall aussehen sollte. Als Reiter wünscht man sich ein Pferd, dem man Vertrauen kann, das in jeder Situation die Nerven bewahrt und nicht kopflos reagiert. Aber um so ein Pferd zu haben müssen wir als Reiter auch etwas tun. Nämlich dem Pferd Vertrauen schenken. Dies beruht auf Gegenseitigkeit! Als Reiter haben wir die Verantwortung für unser Pferd und dessen Ausbildung. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Pferd sich nicht vor dem Menschen oder seinen Ausbildungsmethoden fürchtet. Eine harmonische und vertrauensvolle Beziehung ist die Basis für jegliche Arbeit mit dem Partner Pferd. Oftmals werden Trainingsmethoden angewandt, die vom Reiter nicht hinterfragt und verstanden werden. Nur weil man es schon immer so macht oder weil einige Andere dies und jenes praktizieren muss es noch lange nicht richtig sein! Sucht euch für euch und euer Pferd eine individuell passende Trainingsmethode und vor allem: Hinterfragt euch immer wieder selbst und achtet auf die Signale eures Pferdes...

 

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