Was ist eigentlich die Ausbildungsskala?

 

Die Ausbildungsskala beschreibt den gesamten Weg der Ausbildung eines Pferdes. Zusätzlich sollte jede einzelne Trainingseinheit nach ihr aufgebaut sein. 


Die erste Stufe der Ausbildungsskala ist der Takt. Hiermit ist das zeitliche und räumliche Gleichmaß aller Schritte (Schritt = 4-Takt), Tritte (Trab = 2-Takt) und Sprünge (Galopp = 3-Takt mit Schwebephase) gemeint.


Der zweite Punkt ist die Losgelassenheit. Damit beschreibt man die psychische und physische Entspannung des Pferdes.

 

Wie du Takt- und Losgelassenheit förderst erfährst du hier.


In der Westernreitlehre ist die dritte Stufe der Ausbildungsskala die Nachgiebigkeit. In der klassischen Reitweise steht an dieser Stelle die Anlehnung. Hier möchte man, dass das Pferd nachgiebig auf alle Arten von Hilfen (Zügel-, Schenkel- & Gewichtshilfen) reagiert bzw. in einer korrekten und gleichmäßigen Anlehnung am Zügel und den anderen Hilfen geht.

 

Wie du die Nachgiebigkeit fördern kannst erfährst du hier.


Der vierte Punkt ist nach der Westernreitlehre die Aktivierung der Hinterhand, nach der klassischen Reitweise ist es der Schwung. Das Pferd soll aktiv mit seiner Hinterhand untertreten bzw. den Schwung aus der Hinterhand auf seine Gesamtbewegung übertragen. 

 

Du willst wissen, wie du die Hinterhand deines Pferdes aktivieren kannst? Dann lies hier weiter.


Das Geraderichten ist die fünfte Stufe der Ausbildungsskala. Hiermit ist das Einspuren von Vor- und Hinterhand auf geraden sowie gebogenen Linien gemeint (Pferd tritt mit den Hinterhufen in die Spur der Vorderhufe).

 

Wie das Geraderichten in der Praxis funktioniert erfährst du hier.


Der letzte Punkt der Ausbildungsskala ist die absolute Durchlässigkeit in der Westernreitlehre bzw. die Versammlung in der klassischen Reitweise. Das Pferd soll auf minimale Hilfengebung in natürlicher Selbsthaltung laufen. Bei der Versammlung ist eine deutliche Hankenbeugung gewünscht.


Die Ausbildungsskala wird in drei Phasen unterteilt. Die Gewöhnungsphase beinhaltet Takt, Losgelassenheit und Anlehnung / Nachgiebigkeit.

Die zweite Phase ist die Entwicklung der Schubkraft. Sie beinhaltet Losgelassenheit, Anlehnung / Nachgiebigkeit, Schwung / Aktivierung der Hinterhand und das Geraderichten.

Die Entwicklung der Tragkraft ist die dritte Phase und beinhaltet Schwung / Aktivierung der Hinterhand, Geraderichten und Versammlung / Absolute Durchlässigkeit.

 

Die einzelnen Punkte der Ausbildungsskala werden oft als Stufen angesehen, die nacheinander erreicht werden müssen. Ich sehe dieses Konstrukt nicht so starr und bin der Meinung, dass sich die Punkte gegenseitig beeinflussen und es auch manchmal sinnvoll sein kann einen Punkt vorzuziehen oder an mehreren Punkten gleichzeitig zu arbeiten. Dies wird schon an den ersten beiden Punkten deutlich: Wie soll mein Pferd in einem gleichmäßigen Takt gehen, wenn es nicht losgelassen und entspannt ist? Ohne einen gleichmäßigen Takt wird es für das Pferd aber auch schwierig seine Losgelassenheit zu finden...

 

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