Wie kann ich mein Training sinnvoll gestalten? Gedanken zur Struktur einer Trainingseinheit

 

Jede Trainingseinheit wird in drei Phasen unterteilt: Aufwärmphase, Arbeitsphase und Entspannungsphase. Wie genau sehen diese Phasen aus und wie schaffe ich es mein Training strukturiert, verständlich und abwechslungsreich für das Pferd aufzubauen ohne es dabei zu Überfordern?

 

Die Aufwärmphase sollte etwa 20 Minuten lang sein. Anfangs wird das Pferd im Schritt aufgewärmt um Muskeln und Gelenke auf die Arbeit vorzubereiten.

Nach und nach wird das Pferd gelöst. Lösende Übungen sind zum Beispiel fleißige Übergänge, einfache Seitengänge und Reiten im leichten Sitz bzw. Leichttraben. Pferd und Reiter stellen sich hierbei auf die gemeinsame Arbeitsphase ein. Der Reiter kann die Tagesform des Pferdes feststellen und ein Thema für die folgende Arbeitsphase bestimmen.

In der Arbeitsphase ist es sinnvoll sich an einem Ziel zu orientieren, das für Pferd und Reiter realistisch ist. Durch verschiedene ausgewählte Übungen sollen sich Pferd und Reiter in einem bestimmten Thema verbessern (z.B. Übergänge). Wichtig ist hierbei sich vorher ein Bild von der Zielvorstellung zu machen, um anschließend überprüfen zu können, ob die Übungen richtig gewählt wurden und eine Verbesserung eingetreten ist.

Beim Festlegen des Stundenziels ist es wichtig ein realistisches Ziel zu wählen. Manche Pferde lernen schneller, andere benötigen viele Wiederholungen und eine kleinschrittige Arbeitsweise. Überfordere weder dich selbst noch dein Pferd! Es ist sinnvoll das Ziel in kleine Teilziele zu zerlegen und diese Teilziele nach und nach zu erarbeiten. Dieses Vorgehen nennt man methodische Übungsreihen. Es bringt nichts Teilziele zu überspringen und auf Biegen und Brechen auf das Endziel hinzuarbeiten. Wenn es zwischendurch hakt hat dies einen Grund und dieser muss zuerst beseitigt werden, bevor die Reise weitergehen kann. Hierzu ein Beispiel: Angenommen ich möchte mit meinem Pferd punktgenaue Schritt-Trab-Übergänge erarbeiten. Mein erstes Teilziel könnte hier sein einen gleichmäßigen Takt und Losgelassenheit in den Gangarten Schritt und Trab reiten zu können. Hierfür kann ich verschiedene Übungen mit Stellung und Biegung oder Stangenarbeit reiten, je nachdem was am Besten zu mir und meinem Pferd passt. Klappt das sicher versuche ich die ersten Übergänge. Ich beobachte hierbei was genau an den Übergängen gut ist und was noch verbessert werden kann. Dann überlege ich mir, mit welchen Übungen ich die Schwächen gezielt bearbeiten könnte. Kommt mein Pferd zum Beispiel beim Übergang vom Trab in den Schritt zu stark auf die Vorhand arbeite ich zuerst gezielt an der Lastaufnahme der Hinterhand. Hierzu gibt es wieder zahlreiche Übungen die ich anwenden kann. So arbeite ich mich Schritt für Schritt durch alle Punkte, bis punktgenaue Übergänge zwischen Schritt und Trab möglich sind. Je nach Ausbildungsstand und Können des Pferdes und des Reiters dauert dies unterschiedlich lang und das Ziel muss in unterschiedlich viele Teilziele unterteilt werden. Der Vorteil an dieser Arbeitsweise ist, dass ich mein Pferd wirklich reell zum Ziel bringe und keine verlockenden Abkürzungen gehe. Gleichzeitig trainiere ich viele Teilbereiche, die auch bei späteren Zielen hilfreich sein können. 

Du wirst merken, dass es viel Spaß macht seine Ziele klar zu definieren und immer wieder Teilziele zu erarbeiten. Jedes Erreichen eines Teilziels ist ein Erfolg und motiviert dich und dein Pferd. Wenn du eine klare Vorstellung deiner Arbeit im Kopf hast wird dein Pferd dein dich besser verstehen, da du genau definierst was du von ihm möchtest.
Zwischen den einzelnen Übungen dürfen Handwechsel natürlich nicht vergessen werden. Außerdem sollte das Pferd auch in der Arbeitsphase immer wieder gelöst werden (siehe Aufwärmphase). Auch Schrittpausen sind wichtig, um Pferd und Reiter nicht zu überfordern und die Motivation zu erhalten.
Nach der Arbeitsphase folgt die Entspannungsphase. Sie kann durch lösende Übungen am längeren Zügel eingeleitet werden. Wichtig ist hierbei ein positiver Abschluss für Reiter und Pferd. Anschließend muss das Pferd abgewärmt werden. Dies kann durch Schritt reiten oder auch Schritt führen erfolgen.
Im Anschluss an die Trainingseinheit ist es gut, wenn sich der Reiter selbst reflektieren kann. Hier kann auch mein Trainingstagebuch helfen. Neben Art und Dauer des Trainings soll in kurzen Stichworten notiert werden, was geübt wurde und welche Ziele verfolgt wurden. Außerdem sollte beschrieben werden was gut lief und wo noch Übungsbedarf herrscht. Hierbei ist es gut, kritisch mit sich selbst und dem Pferd umzugehen, jedoch dürfen auch die positiven Punkte und Stärken nicht übersehen werden, sonst geht der Spaß und die Motivation nach und nach verloren. Es hat sich bewährt mindestens einen positiven Punkt und einen Kritikpunkt zu notieren. 
Die nächsten Trainingseinheiten können sich an diesen Notizen orientieren, sodass das Pferd systematisch trainiert werden kann. Im Rückblick hat man einen schönen Verlauf über das Training des Pferdes und kann immer wieder darauf aufbauen. 

Wenn du Hilfe brauchst bei der Strukturierung deines Trainings bin ich gerne für dich da! Hier geht's zur Trainingsberatung.

 

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